Die Vorfreude auf die erste Flachetappe war gross, zumindest bis ich heute kurz nach 6 Uhr  zu ersten Mal zum Fenster hinaus geschaut hatte. Regennasse Fahrbahn auf der Autobahn. Naja, wahrscheinlich hatte es in der Nacht geregnet. Halb 7… ins Bad… kurz vor 7… alle Sachen geschnappt und ab in den Fruehstuecksraum. Fruehstueck gibts zwar erst ab 8 aber ich hatte ja alles notwendige fuers Fruehstueck alleine und den Proviant des Tages gekauft. Blick aus dem Fenster… immer noch regennasse Fahrbahn. Erste Zweifel komme, ob das mit dem Regen wirklich schon vorbei ist. 7:10 … der erste Schritt vor die Herberge und die Gewissheit…. es ist nicht vorbei, aber es ist nur leichter Spruehregen, also nicht der Rede wert. Deswegen ziehe ich doch noch lange nicht die Regenkleidung an. Als aus dem Spruehregen dann nach einer Stunde doch sowas wie Regen wurde- noch nicht stark aber immerhin – war dann sogar ich einsichtig. Also Regenjacke an, der Rucksack war ja schon von Beginn mit Regenhuelle ausgestattet.

Das muss Petrus gesehen haben. Zumindest gab es jetzt fuer ihn keinen Grund mehr , die Schleussen geschlossen zu halten. Ab jetzt regnet es immer ca. 1/4 Stunde wie aus Eimern und liess dann fuer 10 min. nach. Kaum kam bei mir Optimismus auf, befahl Petrus wieder “Wasser marsch”. Kurz vor Portugalete katte sich die Sache zu einem gepflegten Dauerregen entwickelt.

Ich war mir ziemlich sicher, dass gleich Noah mit seinem Schiff und den vielen Tieren um die Ecke gesegelt kommt und deshalb habe ich erst einmal auf dem Lidl-Parkplatz (!) (der war ueberdacht) Pause gemacht. Dummerweise kam aber Noah nicht, so dass ich nach einer halben Stunde , bei fast trockenem Wetter, weiterlief.

Petrus sah mich wohl auf die Strasse biegen, wartete aber noch 5 Minuten, damit ich nicht so schnell zurueck zum Parkplatz laufen konnte, und machte dann richtig ernst. Wie konnte er mich ueberhaupt sehen, bei der grauen Wolkensuppe am Himmel?

Klar war mittlerweile auch, dass miene Regenjacke nicht sintfluttauglich war, aber das waere wohl auch zu viel verlangt.

Der Rest des Tages ist wettertechnisch schnell erzaehlt. Keine Aenderung!!!

Das Highlight des Tages war dann der Weg von Portugalete nach Pobeña. Deutscher als die Spanier haetten das auch Deutsche nicht anlegen koennen. Es war eine Pilgerautobahn mit allem was eine Autobahn  ausmacht.

2 Fahrspuren fuer die Radfahrer, eine fuer Fussgaenger. Rastplaetze mit Ein-und Ausfaedelspuren. Auf dies Rastplaetze wurde in 500 und 250 m Entfernung mit Schildern hingewiesen. Vor Kurven im Radweg wurde mit dem Verkehrszeichen “Vorsicht gefaehrliche Kurve” hingewiesen. Auch “Vorfahrt gewaehren” Schilder waren zu sehen. Eigentlich fehlten nur der Mc Drive an den Rastplaetzen. Uebrigens, bis 5 Km vorPobeña hatte ich auf 10 km Strecke keinen anderen Menschen gesehen. Warum auch, bei diesem Wetter.

Dann lief ich auf ein Pilgerpaar auf und vor dem Ueberholen habe ich lange nachgedacht, ob ich meine Taschenlampe aus dem Rucksack holen sollte, um vorschriftsmaessig vor dem Spurwechsel blinken zu koennen. Ich habe es nicht gemacht, sondern mich den beiden auf den letzten Km angeschlossen. Kurz vor der Herberge kehrten wir noch in einer Bar ein und stellten mit Erstaunen fest, das keine 5 Minuten spaeter der stroemende Regen aufgehoert hat. Kaum wieder auf der Strecke dauerte es auch keine 5 Minuten und es goss wieder wie aus Kannen. Kaum erwaehnenswert, dass jetzt, 1 Stunde nach Ankunft in der Herberge, die ersten Sonnenstrahlen durch die Bewoelkung zu sehen sind.

Fuer den morgigen Tag gibt es verschiedene Wetterprognosen. Ich lasse mich einfach mal ueberraschen.

Buen Camino und hasta luego

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