Meine neuen spanischen Freunde waren ein lustiger Haufen. Die Gruender der Gruppe waren Julian und Antonio. Auf einem Jakobsweg gabelten sie Javier auf. Ein Jahr spaeter kamen, wieder auf dem Jakobsweg, Pepe, Juan, Gustavo, und Daniel – ein Franzose - dazu. Drei Chicas ( Maedchen) im Alter von 50 – 60 Jahren komplettierten die Gruppe im 3. Jahr. Sie kommen alle aus unterschiedlichen Regionen des Landes und treffen sich nur 1 x im Jahr um einen Jakobsweg zusammen zu gehen. Jeder geht so lange mit wie er Zeit hat. Jeder in der Gruppe hat einen Titel mit dem er auch angesprochen wird – voellig verrueckt aber lustig. Julian ist “el professor”, Antonio ” el jeffe” (Chef), Pepe ” el cochinero (Koch),  Javier ” el madrillenio”, Daniel “el Frances”,  Gustavo ” el Grande” und die Frauen alle “las chicas”. Die Gruppe hatte beim Fruehstueck beschlossen, dass ab sofort “el Aleman” (also ich) auch jedes Jahr dabei sein soll. Wiederrede waere zwecklos, denn el Professor und el jeffe dulden bei sowas keinen Wiederspruch. Ok ich war also jetzt einer der “camineros” und die erste gemeisame Etappe stand an. Ich wollte nach Santoña weil ich dachte, 28 km an einem Tag waeren genug. Meine neuen Kumpels hatten sich Noja (gesprochen Nocha) ausgesucht, waren ja  nur 8 km mehr. Dort soll es in einer bestimmten Kneipe einen ganz speziellen Wein geben. Naja, das ist ja fuer mich nicht gerade ein ueberzeugendes Argument.

Es war eine reine Asphaltetappe, also keine besonderen Anforderungen. Dachte ich zumindest, denn auf  Asphalt bin ich ja stark zu Fuss. Ich hatte dabei aber die Rechnung nicht mit dem Wirt, oder besser gesagt nicht mit el professor, el jeffe, el grande und all den anderen gemacht. Ich wuerde das Tempo als sportlich aber machbar bezeichnen. Soweit so gut. Nach 3/4 Stunde Einlaufzeit ging es dann das erste mal ans Eingemachte. 6 km bergauf, keine “schwarze Piste”, ich wuerde es mal als gepflegte “rote Piste” bezeichnen. Aber erstens koennen sich 6 km ziehen wie Kaugummi und zweitens…. die Jungs dachten gar nicht daran das Tempo aus dem Lauf zu nehmen. Anstatt 5,5, km/h ging es jetzt mit 5,2 aufwaerts. Ich hielt mich recht gut in der Gruppe und konnte sogar bei der Anwesenheitskontrolle durch el professor immer laut und deutlich “aqui” rufen wenn mein Name,also “el aleman” fiel. El jeffe und el Grande machten da schon einen schlechteren Eindruck, aber el jeffe schaute schon seit dem ersten kilometer so gequaelt wie jetzt nach 4 km Anstieg und el Grande hatte sich am Vortag eine Blase an der Fusssohle gelaufen mit der ich wohl nicht einmal einen Schritt vor die Tuer gemacht haette. Respekt, er ging volle Kanne mit!

Vorne gaben el professor und el Frances (Daniel, der Franzose) das Tempo vor. Ich hatte an der hoechsten Stelle wenigstens beide noch im Blickfeld und als ich nach weiteren 4 km bergab – da konnte ich sogar wieder aufschliessen – bei der Rast erfahren habe das el professor mit seinen 57 Jahren noch 3-4 Marathonlaeufe  pro Jahr bestreitet und el Frances auch schon auf dem Mont Blanc war wunderte mich nichts mehr. Die anderen fragte ich vorsichtshalber mal gar nicht nach ihren sportlichen Auszeichnungen. Vor allem el Grande hatte einen Hoellentag, ich denke der haette uns alle in Grund und Boden gewandert wenn er fit gewesen waere. Von ihm sagte sogar el professor, dass er verdammt lange, verdammt schnell gehen kann.

Es ging nach einer Cola fuer mich und 2-3 Cervezas  oder vinos fuer die anderen weiter und jetzt war dann endgueltig Schluss mit lustig, denn die naechsten 5 km bergauf standen an und die Jungs liessen nicht locker. Kein Wunder, sie wollten ja noch nach Noja, da sollte man schon Gas geben. Es kam wie es kommen musste, nach und nach verlor ich den Anschluss und nach 2 km war dann der Akku leer und der Oli sass am Strassenrand auf der Leitplanke und sah die anderen hinter der naechsten Kurve verschwinden.

So muss es wohl Radfahrern bei der Tour de France gehen wenn sie am Berg merken dass sie nicht mehr folgen koennen. Ja ich weiss, dies war kein Rennen, aber wer mich kennt weiss auch, dass mich das trotzdem maechtig gewurmt hat. Ab sofort ging ich also wieder meinen eigenen Weg. Es war wohl die kuerzeste Mitgliedschaft in einer Gruppe, denn nach 4 Stunden war die Sache schon wieder Geschichte. Obwohl auf dem Weg hier nichts ausgeschlossen ist, auch nicht dass ich den einen oder anderen der Gruppe noch mal irgendwo sehen werde.

Als ich dann endlich auch an der Bergkuppe war und den Blick auf Laredo und den ewig langen (7 km) Strand geniessen konnte war dann einen ausgedehnte Pause angesagt. Eine Bank am Wegesrand lud auch zu einem kurzen Nickerchen ein. Die 1,2 km in die Stadt waren dann ein Kinderspiel und dort suchte ich erst einmal ein Juwelier damit ich die Batterie meiner Uhr ersetzen lassen konnte. 4 Euro sagte er und….. weg…… mein Geldbeutel war nicht mehr dort wo er immer war, naemlich in der Hosentasche. Er konnte nur bei meiner letzten Rast rausgefallen sein. Also… 1,2 km wieder nach oben. Diesmal so schnell es ging, denn ich sollte doch auf jeden Fall der erste sein, der ihn findet, denn es war alles Wichtige drin. Ausweis, Fuehrerschein, Visa-Karte, Geld…. ALLES!!!

Er lag genau dort wo ich ihn vermutet hatte und mit einem gehoerigen Schreck aber erleichtert konnte ich mich daran machen in der Stadt meinen Rucksack auszuloesen (den hatte ich als Pfand fuer die Uhr dort gelassen) und auch einen Optiker zu suchen, der mir mein am Morgen herausgeallenes Glas der Brille wieder einsetzte. Als das alles erledigt war, stand nur noch die Strandpromenade und eine kurze Bootsfahrt nach Santoña zwischen mir und der Herberge.

Der Strand sah von oberhalb der Stadt lang aus, von unten war er gefuehlt  mindestens doppelt so lang. 6,9 km koennen eine ewig weite Strecke sein wenn du bei den vorhergehenden 21 km ueber deine Verhaeltnisse gegangen bist. Die Koerner waren aufgebraucht, der Wasservorrat auch, es brannte vom Himmel und die regelmaessig eingerichteten Kioske machten guten Umsatz mit mir.

Die Bootsfahrt nach Santoña war leider sehr sehr kurz. Ich haette mir mehr gewuenscht, denn schon nach 4 Minuten musste ich wieder auf die Beine kommen und die wollten jetzt ueberhaupt nicht mehr. Zur Herberge war es aber nicht mehr weit, nur ca. ne halbe Stunde durchs Hafengebiet. Leider hatte ich mich im Hafen in eine Sackgasse gelaufen und es bestand nur die Moeglichkeit umzukehren und die 400 m Umweg auch noch zu gehen oder…. der Gitterzaun war aus stabilem Metall, ca. 2 m hoch und mit den letzten Reseven sicher auch zu bezwingen. Ich war mir irgendwann waehrend der Kletteraktion nicht sicher ob es nicht leichter gewesen waere zurueck zu laufen aber jetzt hing ich am Gitter und es gab kein Zurueck. Die letzten 200 m zur Herberge haben dann auch noch geklappt!

Fazit des Tages: Erkenne deine Grenzen und versuche nicht als Amateur mit Hardcore-Wanderern mitzuhalten!

Nach Frau “Oetzi-Ami” wartete in der Herberge Pobeña der naechste Typ Mensch, den ich so absolut ganz und gar nicht ab kann. Ich nenne ihn hier mal Herr “Alsigemi” (Alsigemi = Alle sind gegen mich). Herr Alsigemi erkennt man schon am Gesichtsausdruck. Alle Leiden seit Christi Geburt haben sich in seinem Gesicht eingegraben. Die offensichtliche Unentspanntheit ist an der ganzen Bewegung zu erkennen. Er beobachtet alles und jeden, denn die Gefahr lauert ueberall. Was er gar nicht haben kann ist, wenn Andere locker und optimistisch daher kommen. Wo kommen wir denn da hin, so einfach ist das Leben nicht, die Optimisten werden schon sehen was sie davon haben, auch die wird es noch erwisschen.

Genau so ein Herr Alsigemi war also in Pobeña . Verschaerft wurde die Sache weil auch sein Frau vom selben Holz geschnitzt war, die beiden sich also bestens unterstuetzen konnten, dass viele Anwesenden das mit dem Camino zu  locker nehmen wuerden und sicher schon in der naechsten Etappe aufgeben werden. Ausserdem standen die Betten zu nah beieinander, die Matratzen waren zu weich und speziell die Spanier unterhalten sich zu laut.

Es kam wie es kommen musste. Am naechsten Morgen fehlte die Brotbuechse von Frau Alsigemi. Eine von Tchibo, wie Herr Alsigemi betonte. Es wurde eine halbstuendige Suchaktion eingeleitet. Ich hatte eigentlich erwartet, das auch noch die Polizei gerufen wird, damit alle verhoert werden. Soweit wollte Herr Alsigemi nicht gehen aber fuer ihn stand fest, dass auf dem Camino del Norte geklaut wird wie die Raben und dies auf dem Camino Frances nicht so waere. Dort waere ihm sowas noch nie passeiert. Fuer ihn Beweis genug, dass der Frances sicherer ist, denn wenn dort auch geklaut wuerde, dann waere es ja Herrn Alsigemi schon passiert, denn alles was schief geht, geht ja bei ihm schief.

Warum ich das alles schreibe? Weil die Etappe zum ersten mal komplett problemlos verlief. Frau “Oetzi-Ami” zu Hause, herrliches Wetter und Familien Alsigemi weit genug hinter mir, dass ich mit ihrem Elend der fehlenden Brotbuechse verschont blieb.

Ja, und am Abend in der Herberge  noch ein legendaerer Abend mit einem Portugiesen und neun Spaniern. Mein sehr ausbaufaehiges Spanisch wurde scheinbar immer besser verstaendlich, je mehr Vino Rosado meine neuen spanischen Freunde getrunken hatten. Pepe kochte eine phantastische Paella und sang dazu unaufhoerlich spanische Lieder. Fantastico!

Fazit des Tages: Selbst wenn ein Tag mit einer fehlenden Tchibo Brotbuechse beginnt kann noch was aus ihm werden.

Buen Camino und hasta luego

Die Vorfreude auf die erste Flachetappe war gross, zumindest bis ich heute kurz nach 6 Uhr  zu ersten Mal zum Fenster hinaus geschaut hatte. Regennasse Fahrbahn auf der Autobahn. Naja, wahrscheinlich hatte es in der Nacht geregnet. Halb 7… ins Bad… kurz vor 7… alle Sachen geschnappt und ab in den Fruehstuecksraum. Fruehstueck gibts zwar erst ab 8 aber ich hatte ja alles notwendige fuers Fruehstueck alleine und den Proviant des Tages gekauft. Blick aus dem Fenster… immer noch regennasse Fahrbahn. Erste Zweifel komme, ob das mit dem Regen wirklich schon vorbei ist. 7:10 … der erste Schritt vor die Herberge und die Gewissheit…. es ist nicht vorbei, aber es ist nur leichter Spruehregen, also nicht der Rede wert. Deswegen ziehe ich doch noch lange nicht die Regenkleidung an. Als aus dem Spruehregen dann nach einer Stunde doch sowas wie Regen wurde- noch nicht stark aber immerhin – war dann sogar ich einsichtig. Also Regenjacke an, der Rucksack war ja schon von Beginn mit Regenhuelle ausgestattet.

Das muss Petrus gesehen haben. Zumindest gab es jetzt fuer ihn keinen Grund mehr , die Schleussen geschlossen zu halten. Ab jetzt regnet es immer ca. 1/4 Stunde wie aus Eimern und liess dann fuer 10 min. nach. Kaum kam bei mir Optimismus auf, befahl Petrus wieder “Wasser marsch”. Kurz vor Portugalete katte sich die Sache zu einem gepflegten Dauerregen entwickelt.

Ich war mir ziemlich sicher, dass gleich Noah mit seinem Schiff und den vielen Tieren um die Ecke gesegelt kommt und deshalb habe ich erst einmal auf dem Lidl-Parkplatz (!) (der war ueberdacht) Pause gemacht. Dummerweise kam aber Noah nicht, so dass ich nach einer halben Stunde , bei fast trockenem Wetter, weiterlief.

Petrus sah mich wohl auf die Strasse biegen, wartete aber noch 5 Minuten, damit ich nicht so schnell zurueck zum Parkplatz laufen konnte, und machte dann richtig ernst. Wie konnte er mich ueberhaupt sehen, bei der grauen Wolkensuppe am Himmel?

Klar war mittlerweile auch, dass miene Regenjacke nicht sintfluttauglich war, aber das waere wohl auch zu viel verlangt.

Der Rest des Tages ist wettertechnisch schnell erzaehlt. Keine Aenderung!!!

Das Highlight des Tages war dann der Weg von Portugalete nach Pobeña. Deutscher als die Spanier haetten das auch Deutsche nicht anlegen koennen. Es war eine Pilgerautobahn mit allem was eine Autobahn  ausmacht.

2 Fahrspuren fuer die Radfahrer, eine fuer Fussgaenger. Rastplaetze mit Ein-und Ausfaedelspuren. Auf dies Rastplaetze wurde in 500 und 250 m Entfernung mit Schildern hingewiesen. Vor Kurven im Radweg wurde mit dem Verkehrszeichen “Vorsicht gefaehrliche Kurve” hingewiesen. Auch “Vorfahrt gewaehren” Schilder waren zu sehen. Eigentlich fehlten nur der Mc Drive an den Rastplaetzen. Uebrigens, bis 5 Km vorPobeña hatte ich auf 10 km Strecke keinen anderen Menschen gesehen. Warum auch, bei diesem Wetter.

Dann lief ich auf ein Pilgerpaar auf und vor dem Ueberholen habe ich lange nachgedacht, ob ich meine Taschenlampe aus dem Rucksack holen sollte, um vorschriftsmaessig vor dem Spurwechsel blinken zu koennen. Ich habe es nicht gemacht, sondern mich den beiden auf den letzten Km angeschlossen. Kurz vor der Herberge kehrten wir noch in einer Bar ein und stellten mit Erstaunen fest, das keine 5 Minuten spaeter der stroemende Regen aufgehoert hat. Kaum wieder auf der Strecke dauerte es auch keine 5 Minuten und es goss wieder wie aus Kannen. Kaum erwaehnenswert, dass jetzt, 1 Stunde nach Ankunft in der Herberge, die ersten Sonnenstrahlen durch die Bewoelkung zu sehen sind.

Fuer den morgigen Tag gibt es verschiedene Wetterprognosen. Ich lasse mich einfach mal ueberraschen.

Buen Camino und hasta luego

Heute war ein Tag Ruhe angesagt. Zum Einen um die 3 harten Anfangsetappen ein wenig zu verdauen und meinen Beinen eine kurze Regenerationsphase zu goennen, zum Anderen aber auch um ein klein wenig Bilbao kennen zu lernen. So oft kommt man ja doch nicht in die Gegend.

Obwohl ich ja nicht so sehr der Museums-Junky bin hab ich mir dann doch ganz fest das Guggenheim Museum vorgenommen. Also heute mal ein wenig ausschlafen und dann nach dem Fruehstueck entspannt mit dem Bus oder der Strassenbahn in die City. Entspannung ist aber wie alles im Leben relativ, denn hier in der Herberge ist auch ein ausgesprochen “nettes” Ehepaar aus Tirol. Er, Typ Almbauer, ist ein ganz ruhiger Geselle. Alles was er nicht redet holt seine Frau doppelt und dreifach nach. Sie ist Amerikanerin, die schon 30 Jahre in Oesterreich lebt, also Arnold Schwarzenegger in umgekehrt!  Sie spricht ein Oesterreichisch mit stark amerikanischem Akzent bzw. ein Amerikanisch mit stark oesterreichischem Akzent. Da sie die Grundsprache Oesterreichisch (mit Ami-Akzent) staendig mit amerikanischen Vokabeln (in oesterreichischem Singsang) mischt, wird daraus schnell eine dritte Sprache, die ich nur mit grosser Muehe verstehe. Das interessiert die Dame aber herzlich wenig, denn sie ist versessen darauf JEDEM hier staendig alles nur erdenkliche zu erklaeren. Jeder der sich outet, dass er entweder englisch oder deutsch oder idealerweise beides spricht, ist sofort dran. Ruhe und Entspannung gibts nur wenn sie nicht in der Naehe ist. Dieser Zustand ist aber gar nicht so leicht herbeizufuehren. Solche Menschen sind wie durch Geisterhand immer irgendwie ”in der Naehe”.

Ich gehe also heute Vormittag entspannt an die Bushaltestelle und…. genau…. Frau “Oetzi-Ami” sitzt mit ihrem Peter auch schon dort. “Wo willst du hin?” war die erste Frage. Ich gehe auf der Strassenseite an die Bushaltestelle auf der der Bus Richtung Stadt faehrt, wo werde ich wohl in Bilbao morgens um halb zehn dann hin wollen?  ”Ins Zentrum” war meine Antwort und als ob sie sicher gehen wollte ob ich es auch ernst meinen wuerde, kam von ihr ” du willst also fahren in the city?” ” Ja, ich will in the city” war meine Antwort. “Da musst du warten auf die number 58, our bus kommt zuerst, ist number 80, and danach comes die 58 and den musst du nehmen”. OK, ich war informiert aber bis endlich die 80 fuer Frau Oetzi-Ami kam, musste ich mir diese Erklaerung noch drei mal anhoeren. Das letzte mal direkt bevor sie in ihren Bus einstieg. Hatte etwas von der Mama, die ihr Kind belehrt, dass sie jetzt einsteigen muss, das Kind hier brav auf seinen Bus (Number 58) warten, nicht zu nah an die Strasse rangehen, nicht mit fremden Menschen mitgehen und, ueberhaupt, keinen Unsinn machen soll.

Number 58 kam wirklich kurz danach. Sie hatte wohl die Fahrplaene auswaendig gelernt. In ”the city” angekommen wollte ich zuerst meinVorhaben mit dem Guggenheim Museum in die Tat umsetzen. Pustekuchen…. das hat montags geschlossen. Es sollte nicht sein. Aber Bilbao ist ja gross und hat ja noch andere interessante Ecken und bei der Erkundung der Stadt ist mir natuerlich Frau Otzi-Ami noch dreimal ueber den Weg gelaufen. Ich schwoere, es war nicht an stadtbekannten Touristenschauplaetzen.

Nun gut, zwischen den freudigen Treffen war fuer mich einiges zu sehen so dass der Tag trotz der hartnaeckigen Frau Oetzi-Ami sehr entspannt verlief.

Ach ja, nicht vergessen, morgen geht es wieder auf den Camino. Diesmal bin ich wirklich entspannt, denn Frau Oetzi-Ami fliegt nach Hause. Ausserdem soll es eine leichte Etappe sein, erzaehlte mir mein Zimmergenosse Jorge, er ist sie heute schon als Tagestour gelaufen. Der Anfang waere beschwerlich, eine Treppe mit 379 Stufen(!!!!!) wuerde warten und danach kaeme nach 1 km ebener Strecke noch einmal 1 km “schwarze Piste”, leider jedoch aufwaerts und ohne Lift! Danach aber soll es nur total enspannt 21 km leicht abwaerts Richtung Ziel gehen.

Na denn… buen camino et hasta luego

Oliver

In der Herberge in Zarautz habe ich wieder ein Einzelzimmer genossen. Die staedtische Jugendherberge hatte zwar eher die Anmutung eines Knastes (lange kahle Gaenge, Metalltueren zu den Zimmern) aber was soll’s. Es war sauber und ausserdem war super Stimmung, denn der FC Barcelona gewann am Abend die Champions League. Ausserdem war auch die Fussballmannschaft des FC Girona an diesem Abend dort unter gebracht. 2. Spanische Liga…. das sollte mal in Deutschland vorkommen, eine Mannschaft der 2. Bundesliga die vor einem Auswaertsspiel in der Jugendherberge uebernachtet!!!

Die Etappe heute war von der weniger anstrengenden Sorte. Wenn da nicht die heftige Muedigkeit der letzten beiden schweren Etappen in den Beinen gewesen waere. Wirklich Probleme gab es nicht, die Etappe lief grossteils auf Asphalt ab, das kommt mir entgegen, denn auf diesem Untergrund laufe ich am besten und am liebsten (klingt komisch, ist aber so).

Ich hatte schon gestern Abend meine weitere Strecke der naechsten Tage abgesteckt. Da ich auf dem Camino sowieso mindestens 150 bis 200 km per Bus und Bahn zurueckliegen muss (860 km in 28 Tagen ist fuer mich definitv nicht zu machen!) habe ich nach Lektuere des Routenfuehrers beschlossen, die weiteren Etappen bis Bilbao entspannt im Zug zurueck zulegen. Um einen vollen Tag in Bilbao verbringen zu koennen stand heute direkt nach der Pilgeretappe auch noch die Zugfahrt nach Bilbao auf dem Plan.

Jetzt sitze ich in der Jugendherberge in Bilbao, meine Zimmergenossen sind 2 total nette Spanier aehnlichen Alters und ein Chinese. Mit Jorge, einem der Spanier habe ich mich schon koestlich unterhalten obwohl er kein Wort Englisch, Franzoesisch oder Deutsch spricht und meine Spanischkenntnisse, wie ihr schon wisst, ebenfalls sehr ueberschaubar sind.

Mittlerweile schuettet es hier wie aus Eimern. Ich hoffe morgen wird wieder gutes Wetter sein, damit ich Bilbao nicht in Regenkleidung erkunden muss.

Auf dem Camino geht es dann am Dienstag wieder weiter, ich habe ja heute mit 115 km ( 23 km zu Fuss, der Rest mit dem Zug) ein gutes Stueck des Weges zurueck gelegt.

Fazit des Tages: Mit mueden Beinen ist auch eine leichte Etappe nicht wirklich leicht!

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